09.02.2012
DB Regio NRW bekommt Zuschlag für die S-Bahn-Linien S5 und S8
Das Verkehrsunternehmen übernimmt ab Dezember 2014 für 15 weitere Jahre
Der VRR (Verkehrsverbund Rhein-Ruhr) hat die Betriebsleistung auf der S-Bahnlinie S5/S8 zwischen Mönchengladbach und Dortmund für den Zeitraum von 2014 bis 2029 an die DB Regio NRW vergeben. Das gut funktionierende Wettbewerbsverfahren und das VRR-Modell zur Fahrzeugfinanzierung sorgten dafür, dass die Preise pro Zugkilometer im Vergleich zum heutigen Vertrag auf erfreulich niedrigem Niveau liegen.
Ab 2014 wird der VRR knapp einen Euro weniger für den gefahrenen Zugkilometer bezahlen als im derzeitigen S-Bahn-Vertrag. Das ist aber noch nicht alles: Trotz des niedrigeren Preises wird die Qualität der Züge steigen, denn ab 2014 werden attraktive Neufahrzeuge eingesetzt. Ein Novum auf den sehr lang laufenden S-Bahnlinien sind die behindertengerechten Toiletten. Damit kommt der VRR dem ausdrücklichen Wunsch des Verkehrsministers Nordrhein-Westfalen, der Landesseniorenvertretung NRW, vieler Fahrgäste und Fahrgastverbände nach. Außerdem verfügen die Züge über Videoüberwachungsanlagen und Mehrzweckbereiche mit ausreichend Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, Rollstühle und Kinderwagen. An Bahnhöfen sorgen ausfahrbare Schiebetritte unter den Türöffnungen dafür, dass der Spalt zwischen Bahnsteig und Fahrzeug komplett geschlossen wird. So wird verhindert, dass Personen oder auch Gegenstände hindurchfallen.
Stufenloser Einstieg an vielen S-Bahn-Stationen
Die neuen S-Bahn-Fahrzeuge werden alle geltenden gesetzlichen Bestimmungen der zuständigen Aufsichtsbehörden erfüllen. Verschiedene Gründe sprechen dafür, dass die neuen Fahrzeuge mit einer niedrigeren Fußbodenhöhe als bisher bestellt werden. Da sich die S-Bahn-Linien die Trasse mit Güter- und anderen Personenzügen teilen muss, verhindern deutsche und EU-Normen es auf lange Sicht, die für ein S-Bahn-System übliche Bahnsteighöhe von knapp 100 cm einzuhalten. Darüber hinaus kann die Fahrzeugindustrie für die vorgesehene Inbetriebnahme im Dezember 2014 Fahrzeuge mit behindertengerechten Toiletten nur mit einer Fußbodenhöhe von 80 cm zur Verfügung stellen.
Mit dem neuen Fahrzeugkonzept verändern sich daher auf den Stationen die Einstiegsverhältnisse von den Bahnsteigen in die Fahrzeuge. Von den 45 Stationen verfügen 24 über die künftig optimale Höhe von 80 cm, aber 21 über eine Höhe von 100 cm. Erstmalig wird auf vielen Stationen daher ein stufenloser Einstieg in die S-Bahn möglich sein. Auf den anderen Stationen wird hingegen der Einstieg in das S-Bahn-Fahrzeug nur über eine Stufe möglich sein. Im Fahrzeug eingebaute Rampen können vom Fahrzeugführer für Rollstuhlfahrer ausgeklappt werden. Mit diesen Hilfsmitteln sind alle Einstiege nach wie vor behindertengerecht ausgeführt. Für die Zukunft werden an einzelnen Stationen gerade bauliche Maßnahmen geprüft, um den Einstieg in die Fahrzeuge noch weiter zu erleichtern.